Universitätsklinikum Mainz

7. Dezember 1991 (damals war ich 4 Jahre alt)

Anamnese: Übernahme aus der Kinderklinik in Wiesbaden, dort war ein intramedullärer Tumor im Bereich C4 bis C7 festgestellt worden. (S. Befund unten: „Die neurologischen und laborchemischen Befunde sprachen primär für das Vorliegen eines Guillain-Barre‘. Aus diesem Grund folgte die Überweisung in die Uni Mainz).

Hauptbefund: Bei Aufnahme schwer beeinträchtigtes Mädchen mit einer oberen Querschnittssymptomatik. Keine Infektzeichen, über Herz und Lunge kein path. Befund zu erheben, Abdomen weich, Leber und Milz nicht vergrößert. Schiefhaltung des Kopfes nach links.

DIAGNOSEN: Astrozytom II

Therapie und Verlauf:

Laminotomie und subtotale Extirpation des TU am 30.8.91, danach sehr langsame Erholung. Nach Abschluß der Wundheilung Beginn der Bestrahlung. In insgesamt 28 Sitzungen wurden 40 Gy appliziert.Die Bestrahlung wur­de relativ gut toleriert, erst in den letzten Tagen Hautreizungen im Be­strahlungsfeld. Zudem intensive Krankengymnastik. Die Motorik besserte Therapie bei Entlassung:

Zuerst wieder Einsatz der Arme möglich. Beine mit deutlicher spastischer Parese, aber auch hier Bewegungsfortschritte erreicht. Labor zum ZP der Entlassung: BSG 18/45, Leuko 3400/nl,Linksversch. mit 12% Stabkernigen. Intensive KG ist eingeleitet, um klinische Kontrolle wird gebeten.

Universitätsklinikum Mainz

2. Dezember 1991 (immer noch bin ich 4 Jahre alt)

Diagnose: Intramedulläres Astrozytom II von C4 bis C7, // Laminotomie von C4 bis C7 mit subtotaler Extirpation,

Zustand nach strahlentherapeutischer Behandlung. // Tetraparese.

Zur Anamnese:

Übernahme aus der Kinderklinik der Horst-Schmidt-Kliniken, Wiesbaden.

Anlaß zur dortigen stationären Aufnahme war die Unfähigkeit des Mädchens, noch Treppen zu steigen, weiter beobachtete die Mutter ein eigenartiges Wanken. Am Aufnahmetag konnte die linke Hand nicht mehr greifen und der Kopf wurde nach links gehalten. Die neurologischen und laborchemischen Befunde sprachen primär für das Vorliegen eines Guillain-Barre‘.

Die Kernspintomographie am 26.8.1991 zeigte jedoch einen cervikalen Rückenmarkstumor.

Aufnahmebefunde:

Schwerst beeinträchtigtes 4 Jahre altes Mädchen, Bewegungen waren infolge sehr starker Schmerzen praktisch nicht möglich. Keine akuten/ Infekt­zeichen, normale Pupillomotorik, ruhige Spontanatmung,über Herz und Lunge kein path. Befund zu auskultieren. Abdomen weich, Skyballa im linken Oberbauch und Unterbauch zu tasten, keine akuten Lymp.hknotenschwellungen. Leber 5 cm unter dem Rippenbogen zu palplcrcn, Milz nicht path. ver­größert. Schädel unauffällig konfiguriert, allerdings Schiefhaltung des

Neurologisch bestand eine schiaffe Parese der Arme links stärker als rechts, die Beine konnten auf Anforderung aktiv bewegt werden.

Reflexe links deutlich auszulösen, rechts praktisch nicht auszulösen, noch keine path. Reflexe, keine Fußkloni.

Das Gangbild konnte bei Aufnahme nicht eingeschätzt werden.

Labor und weitere Befunde:

Bei Aufnahme: BSG 9/22, BB mit 5 800/nl Leukozyten und 507 000/nl Thrombo­zyten, Differenzierung ohne Linksverschiebung. Elektrolyte, CK, LDH,

Leber- und Nierenparameter, Glucose, Laktat, Gerinnungsparameter, CRP, im Normbereich. Normalwerte für Alpha-Fetoprotein, Urinstatus unauffällig, Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin im 24-Stunden-Urin normal. Neuronenspez.Enolase mit 7 ng/ral und Beta HCG mit unter 0,8 ng/ml eben­falls normal.

Laborwerte zum Zeitpunkt der Entlassung:

BSG 18/45, BB mit 3 400/nl Leukozyten und 345 000/nl Thrombozyten. Differenzierung mit 12 % Stabkernigen.. Serum-Elektrolyte, Leber- und Hierenparameter im Normbereich, CRP negativ.

Rö-Thorax vom 28.8.1991:

Keine Raumforderung im thorakalen Bereich.

HWS vom 5.9.1991:

Funktionell steil gestellte Wirbelsäule, die Stellung der Wirbelkörper zueinander ist regelrecht. Keine ossären Arrosionen.

Abdomensono. vom 28.8.1991:

Hepatomegalie bei homogener Parenchymstruktur, kein Hinweis auf eine umschriebene Raumforderung. Unauffälliges Gefäßband des Oberbauches, regulärer Abgang der großen Gefäße, Hebennierenregion und Nieren ohne Anhalt für Raumforderung, keine Harntransportstörung. Normale Milz­größe.

MRT der Halswirbel Säule sowie des cervico-thorakalen Übergangs vor: 16.9.1991:

Durch Metallspäne bedingte Artefakte im Bereich der ausgedehnten Laminektomiedefekte von etwa C3 bis Th 2. Intramedullär gelegen in Höhe C3 sowie Th2 stiftfömiige KM-Anhebung, die noch Resttumor entsprechen dürfte.

Augenärztliche Untersuchung:

Kein Anhalt für Stauungspapille.

Knochenmarkspräparat unauffällig.