Gesundheit

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Akute Nesselsucht

Really?! Da sitzt Du abends auf deinem Sofa, denkst an nichts böses und dann taucht es auf. Es überkommt dich ganz hinterhältig ohne Vorwarnung. Die Rede ist von Nessie, nicht von Loch Ness, sondern von Sucht – Nesselsucht.

Der erste starke Schub fand letzte Woche Mittwoch statt. Es war als hätte ich Brennnesseln am Rücken, in den Ohren, an den Armen. Gedacht hab ich mir nichts dabei und hab lediglich Cortisoncreme auf die Ohren aufgetragen. Beim Umziehen dann die große Überraschung! Quaddeln, Flecken, überall! What?! Also ne Antihastamintablette rein und schlafen. Am nächsten Tag waren nur noch die Narben zu sehen.

Am nächsten Tag, gegen 17 Uhr ging das Tara wieder los. Diesmal wurde die Kehle auch ganz rauh. Schnell ne Antihistaminika. Nach ner Stunde hatten sich die Symptome immer noch nicht eingestellt, und die Apotheke empfahl die Notaufnahme. Man, musste doch um 20.30 Uhr im Kino sein für Gimme Danger!

Den Weg zur Notaufnahme kenne ich mittlerweile auswendig. Dort angekommen, das üblich prekäre Milieu einer nicht kompetenten Notaufnahme. Krank wollte ich da nicht sein! Der nette Doc verabreichte eine Cortison-Infusion und stellte ein Rezept aus. Um 20.05 Uhr schoss ich aus der Notaufnahme Richtung Wohnung für ein paar warme Schuhe und um 20.30 Uhr saß ich im Kino. Perfekt!

Heute ist Montag, mein letzter Cortison Tag 🙁 Heute Abend sehe ich dann wieder aus wie, als hätte ich die Krätze. Danke Nasselsucht!

Shit happens 🙂

Februar 23rd, 2017|Gesundheit|

Gastritis und anderer Schiss

Ganz ehrlich? Momentan ist echt beschissen. Dieser Magen bringt mich noch unter die Erde! Angefangen hat es Ende Dezember 2016 mit Nasenkotzen am frühen Morgen. Aha! Reizend im wahrsten Sinne des Wortes Dann kamen zeitweise  Magenschmerzen hinzu mit Übelkeit, dann kam die Appetitlosigkeit, in der jegliche Nahrungsaufnahme unmöglich war – 2 Tage ohne Flüssigkeit laden zu einem Besuch in die Notaufnahme ein – dort wurde mir freundlicherweise eine Säureblocker verabreicht, um die akute Magenschleimhautentzündung (Gastritis) zu lindern. Scheint ein Placebo zu sein, so wie die zwei anderen Magen-Tabletten, denn ich hab nicht nur non stop Schmerzen, nein, ich sehe auch aus wie eine Elefantin, die abends um 21 Uhr geht, weil die Übelkeit und die Wampe sie fast erdrücken.

War dann letzte Woche nochmal beim Gastroenterologen. Er verschrieb mir eine Gemüse- und Getreidediät und kein Alkohol, Nikotin oder Kaffee… Alter, ich bin Veganer und nehme weder Alkohol, Nikotin noch Kaffee zu mir -.- Durch die Gallensteine ess‘ ich nicht mal fettige Sachen.

Am 21.02 habe ich einen Termin zur Magenspiegelung – noch nie hab ich einem Krankenhaustermin so entgegen gefiebert. Wunderbar!

Februar 22nd, 2017|Gesundheit|

Schwangerschaft unter Botox und Medikamenten

Heute, bei der 17. Blasen- Botox- Injektion im Rahmen einer neurologischen- hyperaktiven Blase, ging es um medikamentöse Nebenwirkungen oder warum eine Schwangerschaft unter Botox ausgeschlossen ist 😀 Aha! Das Thema Medikamente ist wahrscheinlich weniger interessant, aber einige interessiert es sicher, wie man es dennoch zu Nachwuchs schaffen kann.

Vor jeder Injektion wird ein Schwangerschaftstest durchgeführt, da keine ausreichende Studien vorliegen zum Thema Botox Injektionen in der Blase während einer Schwangerschaft. Wenn der Kinderwunsch besteht, dann muss die Schwangerschaft intensiv vorbereitet und betreut werden. Das Botox fällt also über Monate aus und das Medikament Spasmolyt (Céris), insofern man es nimmt, muss ggf. ebenfalls abgesetzt werden. Wie und was währenddessen verabreicht wird, um de Harndrang zu bändigen und um Nierenschäden zu meiden, ist situationsabhänig.

Wer also den Wunsch hat und wenn von Seiten der Ärzte keinen Einwand gibt, der kann mit einer guten Vorbereitung, ehrlichen Ärzten und intensiver Betreuung loslegen.

Januar 16th, 2017|Gesundheit|

Es waren die letzten Tage und 15 Jahre später…

Am 6.12.2001 wurde die Chemotherapie abgebrochen aufgrund blutender Zysten. An dem Tag hatte ich morgens Termin in der Uni Frankfurt und abends wollten wir trotz allem meinem Cousin zum Geburtstag gratulieren. 15 Jahre später, am 6.12.2016, lebe ich immer noch und witzigerweise bleiben mir diesmal exakt zwei Tage, aber zum Glück nur um die Hausarbeit abzuschicken 🙂 🙂 Das linke Bild entstand also 2001, mit 14 Jahren, das rechte Foto 2016, mit 29 Jahren.

Dezember 10th, 2016|Gesundheit|

Chemotherapie, Luftröhrenschnitt & Co.

Chemotherapie

3 Bilder aus der 6 monatigen Chemotherapiezeit bevor sie abgebrochen wurde. Das erste Bild entstand am Anfang der Chemo im Juli im Institut Gustave Roussy, Paris. Das Übel der Chemo nahm schon seinen Lauf, aber das war nichts zu den kommenden Monaten. Auf dem mittleren Bild war ich zurück in Deutschland. Das Institut Gustave Roussy hatte dem Krankenhaus das Protokoll übergeben. Schade, dass sie sich nicht daran hielten und wir ganz schlimme Erfahrungen machen mussten. An dem Tag als das Bild gemacht wurde ging’s mir mal ausnahmsweise gut. Und das letzte… St. Nikolaus 2001, am 6. Dezember – der Geburtstag meines Cousin. Schlechte Nachrichten aus der Uni Frankfurt, die Chemotherapie wurde abgebrochen wegen intertumoralen Blutungen.

Luftröhrenschnitt

Tracheostoma Bilder aus dem Hôpital Raymond Poincaré.

Korsett

Das Korsett wurde vor meiner Rückenoperation (28.01.2002) angefertigt. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch eine Größe von 1,68m. Durch die Laminerektomie streckte sich die Wirbelsäule und ich war nun 1,72 cm groß im Liegen. Das Korsett passte nicht mehr richtig, aber ein neues konnte nicht angefertigt werden. Das war echt ein Drecksding. Anhand der Skizzen auf dem Korsett kann man meinen damaligen physischen Zustand wohl erahnen…
Lange wurd’s aufgehoben und letztes Jahr wanderte es endlich in den MÜLL!

November 17th, 2016|Gesundheit|

Neues Medikament : Baclofen 

März 2017:

Ich nehme weiterhin 5mg Baclofen morgens und abends. Sobald ich es mal zwei Tage vergesse oder erhöht unter Stress stehe oder mich Sorge, sind die Steifigkeit, das Gezucke, das Gefühl innerlich unter Strom zu stehen, usw. wieder da, aber im großen und ganzen steigert es mein Wohlbefinden.

Fazit im August 2016 nach drei Monaten 10 mg Baclofen täglich und einer kleinen Auszeit:

Mir geht’s erstaunlicherweise gut. Die anfänglichen Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen sind weg. Im Juli hab ich ’ne dreiwöchige Pause eingelegt, um zu sehen, ob’s nicht teilweise nervlich bedingt war durch die Semesterprüfungen usw. Die Antwort lautet: Unter anderem! Kaum flatterte die erste Sorge ins Haus, ging das Gezucke wieder los. Aber auch die nächtlichen Krämpfe im Bein waren nach einigen Tagen wieder da und Schlafpositionen wie auf der Seite liegen waren nicht mehr möglich aufgrund von starken Schmerzen.

Anfang Mai 2016: Seit letzten Samstag nehmen ich nun 10 mg Baclofen am Tag. Es bewirkt Wunder! 🙂 Kann sogar wieder gaaaanz normal auf nem Stuhl sitzen ohne mich alle 5 Minuten bewegen ^^ hätte nie gedacht,  dass es an den Muskeln liegen könnte, weil ich es iwie nicht anders kenne 😀

Wie’s dazu kam im Februar 2016:

Als im Februar die Einschlafzuckungen auftraten, dachte ich mir nichts dabei. Im März machten dann hin und wieder die Hände schlapp und ließ das Klettern erst mal ausfallen. Mittwoch Nacht stiegen die Schmerzen und Spastiken vom rechten Bein hoch bis zum Hals. Seitdem überkommen mich etwa zwei „Anfälle/ Schübe“ pro Tag, die etwa 2-3 Stunden andauernd.  In der Zeit fühlt es sich wie ein dicker Muskelkater im ganzen Körper an. Je nachdem verkrampfen die Finger leicht, es entgleiten Dinge aus den Händen und die Oberschenkel schmerzen beim Berühren. Es ist so demotivierend… Laut Onkologe sind es Begleitsymptome der Erkrankung. Er hat mir Baclofen verschrieben und überweist mich zum Spezialisten. Die Mischung Baclofen + Ritaline is sicher der Hammer

Mai 7th, 2016|Gesundheit|

Mein indischer Doktor – Kampf gegen Krebs Dokumentation

“ Mein indischer Doktor“ ist eine sehr interessante Dokumentation von ARTE über den Kampf gegen Krebs. Interessant deshalb, weil die traditionelle ayurvedische Heilkunde sowie westliche Medizin gegenüber gestellt werden und schließlich einen gemeinsamen Nenner finden. Sie zeigt die faszinierende Reise nach Indien des Herr Professor Thomas Tursz vom Institut Gustave Paris (wo ich seit 2001 behandelt werde) mit einer ehemaligen Patientin.

 

Von dem Wunsch beseelt, sein Wissen auf den Prüfstand zu stellen, folgt Professor Thomas Tursz, ein anerkannter französischer Onkologe und Leiter des Instituts Gustave Roussy in Villejuif bei Paris, seiner ehemaligen Patientin Nella Banfi nach Südindien. Denn dort wurde Nella dank der indischen Medizin von ihrem Krebsleiden geheilt.
Nella Banfis Geschichte ist bewegend: Aufgrund ihrer Krankheit geriet sie in die aufreibende Maschinerie der modernen Medizin, musste Operationen und verschiedene Behandlungen über sich ergehen lassen und war ständig von Ängsten und Zweifeln geplagt. Schließlich entschied sie sich, ergänzend zu den westlichen Heilmethoden, für einen anderen Weg und wurde wieder gesund. Professor Thomas Tursz folgt seiner ehemaligen Patientin nach Indien, um eine völlig andere als die ihm bekannte westliche Medizin zu entdecken.
Die Dokumentation will weder Lehren erteilen, noch beansprucht sie die Wahrheit für sich. Vielmehr zeigt sie, dass die Globalisierung auch positive Seiten hat, dann nämlich, wenn sie die Begegnung verschiedener Kulturen und Traditionen fördert und gegenseitige Bereicherung und das Voneinanderlernen ermöglicht. Außerdem veranschaulicht der Dokumentarfilm, wie durch die Verbindung von traditioneller Medizin, Wissenschaft und moderner Medizin der Patient ins Zentrum des Heilungsprozesses rückt und der Mensch, nicht nur die Krankheit behandelt wird. Der ebenso tiefgründige wie unterhaltsame Dialog zwischen der westlichen Allopathie und den seit 5.000 Jahren existierenden ayurvedischen Behandlungsmethoden wirft ein völlig neues Licht auf Krankheit und Heilung – zwei universelle Themen, die jeden Menschen betreffen.
Quelle: Youtube

Januar 6th, 2015|Gesundheit|

Mein Methylphenidat – Tagebuch ( Ritalin, Ritalin LP, Equasym )

Nov.2016: Wusstest Du, dass die Medikamentendosis von Deinem Apotheker neu präpariert werden kann? Ab sofort transformiert mein hilfsbereiter Apotheker die Ritalintabletten in 2,5mg 3,3 mg Tabletten statt der standardmäßigen 10 mg.

Sep.: 2016 Seit der Wiederaufnahme des Studiums im Sep. 2015 nehme ich wieder Ritalin. Ich habe gemerkt, dass mir 2,5- 5 mg, bei Bedarf, völlig ausreichen. Klar, Nebenwirkungen treten immer wieder mal auf: Migräne, Tunnelblick, fehlende Muskelkraft, mentale Konfusion. Vor allem beim Klettern komm ich mit Ritalin überhautpt nicht klar, beim Radfahren zum Abpowern aber schon. Als im Mai die Semesterprüfungen anstanden und mein Alltag nur noch aus Uni und Bibliothek bestand, da war ich ganz froh unter Ritalin zu stehen. Hat zwar auch zum Zombie aussehen beigetragen, aber gut. Alles hat seine Vor-und Nachtteile. Man muss Kompromisse eingehen können.

Tag 1, 8. April 2014

9:42 Uhr : Einnahme 10 mg kurz vor dem Frühstück

10:07 Uhr : Wahrscheinlich Einbildung, aber ich fühle mich leicht benebelt. Wie leicht betrunken oder bekifft, jedoch nur im Kopf und trotzdem ist alles klar.

11:46 Uhr : Ich fühle mich viel wacher, wie aufgewacht nach einem langen Tiefschlaf, einfach wach, wie lange nicht mehr. Habe staubgesaugt, aufgeräumt ohne Pausen einzulegen und Musik gehört. Ein leichtes Verlangen nach mehr setzt ein. Die Gefühlswelt verstärkt sich gerade sehr. Ganz komisch.

13:52 Uhr : Rémi und ich waren spazieren und haben bei Oma gegessen.

14:52 Uhr : Jetzt bin ich müde. Rémi ist gerade weg. Schlafen will ich aber nicht. Gleich kommt Star Trek, dann schauen wir eben das.

19:02 Uhr : Nach leichten Schmerzen in der Herzgegend, kam Hunger auf. Konnte einen normalen Teller essen.

22:10 Uhr : Seit einigen Stunden schmerzt es immer wieder in der Herzgegend. Es ist ein beklemmendes Gefühl und dadurch verstärkt sich die Atmung.

23:02 Uhr : Schmerzen weg.

00:00 Uhr : Ab ins Bett.  Vielleicht noch etwas lesen.

Tag 2, 9. April 2014

9:30 Uhr : Gerade aufgestanden. Einschlafen gestern ging problemlos. Mir geht es recht gut. Werde Frühstücken und das Ritalin unmittelbar davor nehmen.

22:37 Uhr : Ganzen Tag aktiv gewesen. Gegen 18 Uhr schwere Müdigkeit, was gegessen und ab zum Klettern. Das Klettern war einfach furchtbar. Fühlte mich total erschöpft, als wäre ich Marathon gelaufen, und vermehrtes Schwitzen. Nicht mal drei Bahnen geklettert… Schlimm… Nasenbrennen.

Tag 3, 10. Aprifl 2014

8:08 Uhr : Alpträume. Und jetzt wieder hellwach. Ich weiss nicht, ob das alles so toll ist.

9:11 Uhr : Frühstück mit Ritalin. Will wieder normal klettern können.

22:18 Uhr : Es ist beängstigend. Hatte Unterricht an der Kunstschule und hatte Angst nicht mehr malen zu können, genau das Gegenteil ist der Fall. Heute gelang es mir was zu malen, wofür ich früher nie Geduld gehabt hätte. Und so malte ich ca. 3 Stunden lang ein Portrait aus Kreisen. Vor Unterrichtsbeginn kamen jedoch grosse Zweifel hoch und das beklemmende Gefühl war wieder da und die Angst, anders zu werden. Heute konnte ich wieder vollkonzentriert Arbeiten. Fühl aber, dass ich mich immer mehr zurückziehe. Immer mehr in mich kehre. Anscheinende entstehen wieder zwei Welten. Wie vorher.

Tag 4, 14. April 2014

9:12 Uhr : Fühle mich wie erschlagen. Aufstehen war wirklich schwierig. Gleich frühstücken.

Tag 5, 12.April 2014

11:12 Uhr : Ritalin um 10:45 Uhr genommen, um für’s Klettern fit zu sein. nachdem gestern ein ein „ganz toller“ Tag war, hoffe ich, dass die Gefühle nicht schwinden es sich nicht in Aggressivität umwandelt. Wir hoffen das Beste.

Tag 7, 14. April 2014

9:53 Uhr : Heute Dosiserhöhung auf 20 mg. Klettern gestern war okay. Ich fühle mich soooo müde, bestimmt von den vielen Emotionen der letzten Tage. Am liebsten würde ich schlafen, aber hier gibt es so viel zu tun . Ich bemerke gerade meine unglaublich regelmäsige Schrift auf dem Papier.

14:54 Uhr : Erschöpft. Schwach. Mir geht’s irgendwie nicht so gut gerade.

Tag 9, 16. April 2014

10:20 Uhr : Nehme heute früh 10 mg und gegen 14 Uhr / 15 Uhr die nächsten 10 mg, um für’s Klettern fit zu sein. Aufstehen bzw. Wachwerden war in den vergangen Tagen echt schwierig.

00:11 uhr : Rémi und ich waren laufen und bin deswegen nicht zum Klettern. Zwischenzeitlich Zwangsgedanken, womöglich, weil mich wieder irgendwas nervt. Jetzt bin ich wachPennen wäre doch ganz gut.

Tag 10, 17. April 2014

12:58 Uhr : 20 mg gegen 10:45 Uhr. Diese Zwangsgedanken !!  AAARG !! Einfach nervig !!

Tag 1″, 10. April 2014

7:32 Uhr : Scheiss Ritalin. Zwangsgedanken ohne Ende! Alpträume ! Gestern ging’s mir so schlecht, dass ich Angst hatte ins Krankenhaus zu müssen. Lag vielleicht an mangelnder Ernährung. Wat soll’s. So geht’s.

12:33 Uhr : Konnte nicht Frühstücken zum Ritalin, weil wieder was vorgefallen ist.  Mir war’s später am Morgen so extrem schwindelig. Schnauze voll von den Sorgen. Brauche Asyl in Afghanistan oder auf einer einsamen Insel.

Tag 15, 22. April 2014

22:07 Uhr : Den ganzen Tag Euo-Paletten zerlegt. Dann kam der Anruf, dass Noisette (mein Schaf) krank ist und so sind Rémi und ich in Windeseile mit ihr und Chocolat (um sie zu beruhigen) mit dem Peugeot 106 zum Tierarzt. Starker Durchfall. Geil. Zum Glück lagen im Auto überall Handtücher aus. Erneut schwarze Gedanken

Tag 17, 24.April 2014

13:20 Uhr : Nachdem die schwarzen Gedanken gestern wieder anfingen, habe ich heute nur 15 mg genommen. Die Gedanken sind nicht mehr so ausgeprägt wie die letzten zwei Tage. Allerdings hören die Sorgen nicht mehr auf…

22:47 Uhr : Lese weniger gut. Verwechsel Wörter, verstehe Zusammenhänge nicht, vergesse äusserst wichtige Sachen wie Umschauen beim Strasseüberqueren, Käfigtür schliessen usw.

Tag 28, 4.Mai 2014

19:22 : Vor etwa einer Woche wurde ich auf Equasym 20 mg umgestellt (hätte angeblich weniger Nebenwirkungen). Eine Wirkung trat nur am ersten Tag ein. Danach alles wie gewohnt: Tagträumen, x- Stunden zum Aufräumen gebraucht. Da keine Wirkung mehr auftrat, wurde m 2. Mai 2014 auf 30 mg erhöht. Die ersten zwei Tage waren okay. Die Kreativität hat freien Lauf. Kreiere Sachen, die vorher nicht möglich gewesen wären, aber es hört auch nicht mehr auf…  Beängstigend. Seit gestern Abend habe ich starke Schmerzen im Bauch. Habe Angst vor einer neuen Hämaturie, Nachts schlafe ich nicht mehr. Es fühlt sich an, als würde Equasym non stop wirken. Heute wieder Schmerzen im rechten Nierenbereich, starkes Pfeifen in den Ohren, Angstzustände, weil ich merke, dass etwas nicht stimmt. Vergesse viele Sachen, auch wichtige Dinge wie Papiere usw. und ich weiss nicht mehr, wo meine Sachen liegen. Früher beherrschte ich mein Chaos, wusste, wo die kleinste Schraube liegt… Jetzt ist es so, als sei ich Fremd in meinem Zuhause. Wie ein Roboter.

Tag 32, 8. Mai 2014

Seit gestern nehme ich nichts mehr und warte auf das Rezept für Ritalin LA. Das Equasym machte mich noch vergesslicher und selbst Pinkeln wurde vergessen (da ich Katheter nutze bin ich auf mein Gedächnis angewiesen)!! Total Ferngesteuert. Autofahren mied ich ab dem dritten Tag, da der Tunnelblick, die starke Fokusierung, das Schwindelgefühl meiner Meinung eine Gefahr darstellten. Gestern war ich endlich wieder Klettern. Das ging ja vorher gar nicht mehr.

Tag 42, 18. Mai 2014

Am 14. Mai bin ich auf Ritalin LA umgestiegen (ist angeblich auch angenehmer als Ritalin). Bin den ganzen Tag wach, abends erst spät müde und Klettern geht nicht mehr, weil mir die Kraft fehlt. Verwechsele Wörter / Buchstaben (Carolin –> Coralin) , bin verwirrt. Wenigstens die Augenprobleme (Schwanken usw.) sind weniger stark. Zwangsgedanken trage zwei Tage nach Einnahme auch wieder auf. Die Schreibschrift ist hat sich wieder verschlechtert und schreiben fällt sehr schwer. Morgen möchte ich kein Ritalin LA nehmen, weil ich endlich wieder Klettern möchte. Und ausserdem geht mir diese starke Fokusierung echt auf’n Zeiger. Klorollenblick. Wenigstens ist die Vergesslichkeit etwas weniger.

Tag 45, 21. Mai 2014

Habe ich nach zwei Tagen Methyphenidat-Auszeit 10 mg Equasym genommen. War stundenlang wie bekifft, träge, Tunnelblick, Schwanken…Sehr unangenehm. Wie schon vorher unter Equasym schmerzende die Augen, wie bei einer Bindehautentzündung und muss Brille tragen.

Tag 46, 22. Mai 201

9:00 Uhr : Endlich habe ich wieder das normale Ritalin. 5 mg. Alles gut ! Keine bemerkbaren Nebenwirkungen. Lust zu lesen. Auge schmerzt noch von gestern.

16:38 Uhr : Weitere 5 mg um 13:30 Uhr. Keine Beschwerden, nur Kopfweh vom Gelaber anderer.

Tag 49, 25. Mai 2014

12:00 Uhr : Freitag an der Kunstschule traten plötzlich starke Schmerzen im linken Bein auf und abends war ich todmüde. Heute bemerke ich wieder ein leichtes Kribbeln bzw. Taubheitsgefühl in den Fingern. Nehme ein Stück Traubenzucker, vielleicht hilft’s.

4.Juni 2014

Endlich!! Kann wieder klettern! Heute kein Ritalin genommen und siehe da, ein Unterschied wie Tag und Nacht. Ich bin so glücklich. Ist zwar noch nicht perfekt, aber es wird wieder. Suuuper !!

7.Juni 2014

Heute war unsere Kunstausstellung. Nachdem der Morgen recht anstrengend war mit Helléborre (Hase), habe ich mich nochmal kurz schlafen gelegt und Ritalin gegen 12 Uhr genommen. Trotzdem fühlte ich mich nicht fit. Gestern waren wir Radfahren und dieser Tunnelblick ist einfach lebensgefährlich !! Die Beinschmerzen… !!

Seit mehreren Tagen habe ich wieder Zwangsgedanken. Normalerweise gehen sie mir richtig auf den Zeiger und ich verfluche sie, jetzt ist es ganz anders, sie begleiten mich irgendwie und ich nehme sie nur noch teilweise wahr. Unter Ritalin kann ich keine richtigen Entscheidungen treffen. Man geht irgendwie so „scheissegal“ durchs Leben. Schwer zu beschreiben. Wenig Emotionen. Trete ich halt ne Ameise platt, oder so. Logische Dinge (Tiere retten) erscheinen mir nicht mehr logisch –> logisch, Ritalin macht NORMAL.  Mein Leben lang war ich hypersensibel, sah etliche Details, nahm rundum vieles wahr. Jetzt gleicht das Leben einem Blick durch eine Klopapierrolle. So will ich nicht sein. Bin doch keine Maschine. Klar, ganz ohne Medikamente komme ich auch nicht aus, da ich sonst in einigen Wochen wieder in eine Schlafperiode verfalle.Vor Ritalin bekam ich 2009 Aricept (Donepezil), um wach zu bleiben und für die Konzentration. Die Einstellungsphase war der Horror, danach lief’s aber gut. Zum Ende hin kamen die Konzentrationsstörungen wieder und starke Schmerzen im linken Bein traten auf und somit musste es abgesetzt werden. Wie’s mit Ritalin & Co. weitergeht weiss ich noch nicht. Mein Onkologe beschafft mir einen Termin im Hôpital Pitié Salpêtrière in Paris bei einem Spezialisten. Schön wäre es, wenn es ein Medikament gäbe, dass mich wachhält und etwas konzentrierter sein lässt.

Ich möchte anmerken, dass zwischenzeitlich immer wieder Halluzinationen in Form von Schatten oder flüchtigen Illusionen während der Medikationauftraten. Diese traten auch schon unter Aricept auf. Laut Psychater werden sie von den Medikamenten verursacht. Bislang konnte ich immer ganz klar Real von Illusion unterscheiden.

Oktober 10th, 0206|Gesundheit, Über...|