Aufgeben war gestern

Befund Intramedulläres Astrozytom II von C4 bis C7

2.12.1991

Sehr geehrter Herr Kollege,

wir berichten Ihnen über Charlotte, geb. 1987, die sich vom 28.8. bis zum 31.10.1991 in unserer stationären Behandlung befand.

Zur Anamnese:

Übernahme aus der Kinderklinik der Ho**** Sch****, Wiesbaden.

Anlaß zur dortigen stationären Aufnahme war die Unfähigkeit des 4 Jahe alten Mädchens, noch Treppen zu steigen, weiter beobachtete die Mutter ein eigenartiges Wanken. Am Aufnahmetag konnte die linke Hand nicht mehr greifen und der Kopf wurde nach links gehalten. Die neurologischen und laborchemischen Befunde sprachen primär für das Vorliegen eines Guillain-Barre’. Die Kernspintomographie am 26.8.1991 zeigte jedoch einen cervikalen Rückenmarkstumor.

Aufnahmebefund:

Bei Aufnahme schwer beeinträchtigtes Mädchen mit einer oberen Querschnittssymptomatik Bewegungen waren infolge sehr starker Schmerzen praktisch nicht möglich.** Das Gangbild konnte bei Aufnahme nicht eingeschätzt werden. Neurologisch bestand eine schlaffe Parese der Arme links stärker als rechts, die Beine konnten auf Anforderung aktiv bewegt werden. Reflexe links deutlich auszulösen, rechts praktisch nicht auszulösen, noch keine path. Reflexe, keine Fußkloni.

Therapie und Verlauf:

Laminotomie und subtotale Extirpation des TU am 30.8.91, danach sehr langsame Erholung der Tetraparese. Nach Abschluß der Wundheilung Beginn der Bestrahlung. In insgesamt 28 Sitzungen wurden 40 Gy appliziert. Die Bestrahlung wur­de relativ gut toleriert, erst in den letzten Tagen Hautreizungen im Be­strahlungsfeld. Zudem intensive Krankengymnastik. Die Motorik besserte Therapie bei Entlassung. Zuerst wieder Einsatz der Arme möglich. Beine mit deutlicher spastischer Parese, aber auch hier Bewegungsfortschritte erreicht. Durch Metallspäne bedingte Artefakte im Bereich der ausgedehnten Laminektomiedefekte von etwa C3 bis Th 2. Intramedullär gelegen in Höhe C3 sowie Th2 stiftfömiige KM-Anhebung, die noch Resttumor entsprechen dürfte.