Auch hier stellt sich die Frage wieder, wieso verweist man nicht bzw.wieso arbeitet man nicht mit dem Institut Gustave Roussy zusammen?? Der Herr Prof. Samii war übrigens früher in Wiesbaden tätig.

INI INTERNATIONAL NEUROSCIENCE INSTITUTE

Präsident: Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult. M. Samii .. . : Tel.:+49 511 270 92 – 7 00, Neurochirurgie Fax. +49\ 270 92 – 7 06, Internet: www.ini-hannover.de, INI Hannover ♦ Alexis-Carrel-Str. 4 ♦ 30625 Hannover,
Hannover, 04.07.01

Anfrage vom 03.07.2001

Diagnose: Intramedulläres Astrozytom

Z. n. Resektion C4-Thl und Radiatio 1991 (Astrozytom WHO Grad II)
Sehr geehrte Fam. Rischen

Herr Peter Sch*** stellte sich am 02.07.2001 mit MRT-Bildern der o.g. Patientin vor. ln den aktuellen Aufnahmen sah man im Vergleich zu den letzten Bildern von 1994 kontrastmittelanreichemde Areale in Höhe CI und C2, aber auch am kaudalen Resektionsran des ehemaligen Tumors. Dazwischen breitet sich ein intramedullärer gekammerter Hohlraum aus.

Ein neurologisches Defizit bestünde bei der Patientin derzeit nicht. Die erneute Diagnostik sei aufgrund von Rückenschmerzen durchgeführt worden.

Wir haben die Aufnahmen gründlich studiert und raten derzeit von einem operativen Eingriff ab. Aufgrund der vorangegangenen Behandlungen ist das Risiko, durch eine erneute Operation Lähmungen bis hin zur Querschnittslähmung zu erleiden, deutlich erhöht.

Sie können sich ger, erneut mit uns in Verbindung setzen, wenn bei Charlotte zunehmende neurologische Ausfälle eintreten sollten. Ggf. sollte dann eine gezielte Diagnostik mit der Frage erfolgen, ob ein Eingriff möglich ist, der ein weiteres Fortschreiten der Symptomatik zumindest verzögern könnte.

Vielen Dank für das uns entgegengebrachte Vertrauen.

Miit freundlichen Grüßen Prof- Dr. med. Dr. h, c- mult. M. Sanui Steffen Rosahl

Präsident Oberarzt

Zu diesem Befund möchte ich hinzufügen, dass das Institut Gustave Roussy, im Gegensatz zur Kinderklinik und Kinderpoliklinik Mainz, eine Chemotherapie empfahl.

Kinderklinik und Kinderpoliklinik, Mainz, Dr.Bartels

3.Jul.01
Diagnosen;

Z.n. subtotaler Resektion eines intramedullären Astrozytoms WHO Il/Laminotomie C4-C7( 8/91 ) und perkutaner spinaler Radiatio 40 Gy (9-10/91)

Jetzt; Tumorrezidiv C 72., Struma nodosa E04.1

Sehr geehrte Kollogen.

wir berichten Ihnen von der tageskllnlschen Vorstellung der oben aulgeführten Patientin am 22. Juni 2001.
Die Patientin hatte sich zuletzt 1994 In unserer onkologischen Ambulanz vorgestellt.

Die zwischenzeitliche Entwicklung der Patientin wird als erfreulich und problemlos geschildert. So sei Charlotte eine sehr gute Reiterin, bis auf eine eingeschränkte Drehbeweglichkeit der Halswirbelsäule werden in der Bewegung keine Auffälligkeiten geschildert. Charlotte ist kontinent, sie kommt jetzt In die 8. Klasse/Hauptschule.

Seit 3 Wochen klage Charlotte nun über eine schmerzhafte Morgensteifigkeit im Nacken, die sich jedoch nach 2-3 Stunden ohne weitere Maßnahmen bessere.

Bei der klinischen Untersuchung zeigte sich die 1,66 m große und 54,5 kg schwere Patientin in gutem Allgemeinzustand.

Kopfschiefhaltung nach rechts, Schultertiefstand links, Kopfdrehung bds eingeschränkt, links stärkere Einschränkung als rechts.

Ausgeprägte Akne vulgaris Im Gesicht und obere Thoraxapertur, Neurodermitis mit typ. Effloreszenzen und an der rechten Hand. Reizlose craniocervicale OP-Narbe, multiple kleinere Narben nach Verletzungen/Varicellen. Im Bereich der linken Mamille glelchfarbone Papel. Unauffälliger Lymphknotenstatus, unauffälliger HNO-Bereich, vergrößerte Schilddrüse, unauffälliger Intornorganlscher Untersuchungsbefund, Pubertätsstadium III-IV nach Tanner.

Distal lebhafte Muskeleigenreflexe ohne eindeutige Seltendifferenz, Babinski bds negativ. Koordination und grobe Kraft ohne Auffälligkeiten, kleine Finger der re Hand in Beugestellung, Streckung unmöglich. Taubheitsgefühl (seit präop) des Fingers IV,V der linken Hand.

Die durchgeführten Laboruntersuchungen ergaben ein unauffälliges Blut- und Differentialblutblld , ausgeglichene Elektrolyte bis auf erhöhtes CI 108 mmol/I, Leber- und Nierenwerte normal. Schilddrüsenwerte zeigten euthyreote Stoffwechsellage, TAK, TRAK und TPO-AK negativ. Cortisol mit 9,84 pg/dl regelrecht.

MRT des Spinalkanals; Tumorrezidiv (Bilder wurden Eltern ausgehändigt), schriftlicher Befund noch nicht vorliegend, wird nachgereicht.

Medlanus-SEP: Fehlen der Welle P13 nach Reizung II. bei vorhandener Welle P14. Nach Reizung re identischer Befund.

Tibialls-SEP: Weder nach LReizung li. noch re. Ist die lemniscale Welle P30 erkennbar. Die corticale Antwort ist nach Reizung li. nur schwer abgrenzbar, aber nicht latenzverzögert. Beurteilung: Die elektrophysiologischen Befunde sind vereinbar mit einer Läsion im Bereich des oberen Halsmarks oder des craniocervicalen Übergangs.

Zusammenfasaende Beurteilung:

Wir haben diesen Befund ausführlich mit den hiesigen Neuroradiologen und Neurochirurgen besprochen und kamen zur folgenden Empfehlung;

Aufgrund des langen Zeitabstandes zwischen den letzten beiden bildgebenden Untersuchungen (1994/2001) ist die Wachstumsgeschwindigkeit des gutartigen und bereits bestrahlten Tumors nicht zu beurteilen. Eine operative Exstirpation bei intramedullärem Wachstums des zystischsoliden Tumors ist unmöglich. Eine zu empfehlende operative Intervention ist die der Syringotomie; die von unserer Seite insbesondere bei zunehmender Schmerzsymptomatik oder aber neurologischen Symptomen erfolgen sollte. Das nicht unerhebliche operative Risiko der Querschnittsymptomatik ist der zur Zeit kaum neurologisch beeinträchtigten Patientin gegenüberzustellen.

Wir haben daher in einem ausführlichen Gespräch mit den Eltern am 27.6. zu einer abwartenden Haltung geraten mit einer unmittelbaren Vorstellung bei Symptomen. Sollte der weitere Verlauf unauffällig bleiben empfehlen wir eine MRT-Kontrolle In 3-4 Monaten. Im Gespräch wurden auch die chemotherapeutischen Behandlungsoptionen besprochen, die wir zum momentanen Zeitpunkt nicht empfehlen konnten.

Nebenbefundlich liegt eine Struma nodosa vor, eine auswärtige Sonographie bei Dr. Keidl/Geisenheim war bereite erfolgt Auch bei unauffälligen Laborparametern schlie8ßen wir uns der Empfehlung des Kollegen an eine Szintigrafie durchführen zu lassen, gerade auch im Hinblick der erfolgten Strahlentherapie/Streustrahlung.