Ermutigen

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Mein Weg

Bissu jetzt geheilt oder nicht?! Man könnte es folgendermaßen interpretieren: Die Kiste hat mehrere Totalschäden hinter sich, die Elektronik klemmt, hier und da muss man besonders wachsam sein, sonst läuft sie aber 1a. Meine Diagnose: Kerngesund mit einigen Wackelkontakten. Er, mein Rückenmarkstumor Astrozytom Grad 2, wird wohl mein ewiger Begleiter bleiben, und solange er die Füße still hält, darf er das auch. Seit 2012 schlummert er endlich zufrieden in seiner Höhle bei C1. Fast schon niedlich, dieser kleiner Drachen. „Leben und Leben lassen“, weise Devise, Papa 😀 Hier kann man auf jeden Fall von Remisson sprechen 🙂
Das alles sagt natürlich immer noch nicht aus, wie und was denn genau war, wie lange die Krebserkrankung anhielt und was zu tun war. Dafür habe ich eine kleine Chronologie erstellt. Ich hoffe, sie ermutigt Dich nicht aufzugeben. Denn trotz Querschnittslähmung, Luftröhrenschnitt und eines raren Tumors, stehe ich wieder auf den Beinen, kann wieder atmen, essen und gar sprechen. Nicht, weil man vorübergehend „offline“ ist, bedeutet es das Ende.

1991, ich bin 4 Jahre alt

1992

1994

2001

2002

2003

  • Inkomplette Querschnittsparese (Arme online, Beine offline)
  • Vesiko-ureteraler Reflux II-III (Urin-Rückfluss zu den Nieren), Prof. Dr. Denys
    Medikamente: Oxybutynin 5 mg (bis heute) / Ceris 10 mg (bis heute) / Furadantine abgesetzt im Mai 2011

2007

2010

2012

  • Remission

2014

2016, ich bin 29 Jahre alt.

2017

  • Schwarz auf Weiß : Dyskalkulie und Dysorthophonie

2018

  • virale? Fazialparese
2018-01-27T19:45:53+00:00 02. Dez. 2016|Unkategorisiert|

Gechillt durch’s Leben

In 25 Jahren Erkrankung sind wir, ich, viele Wege gegangen. Unser Leben verlief irgendwie überhaupt nicht so, wie es andere Familien vortragen wird oder wie man es aus dem Fernsehen kennt. Dinge wie Streit, Erkrankungen, Arbeitslosigkeit, Stress uvm. beeinflussen unser Leben und Werdegang. Obwohl wir mit diesen Situationen schon tausendfach konfrontiert wurden, schaltet unser Gehirn meist automatisch in den Sackgassen Modus.

  • Sackgassen Modus: Alles um sonst, die Mauer ist zu hoch, es führt kein Weg vorbei! Stampfend vor der riesigen Mauer stehen und Schnute ziehen ist die typische Reaktion. Man ist frustriert. Das alles für nichts und wieder nichts. Mein Leben ist scheiße.Die möglichen Gründe sind vielfältig. Hatte ich zu hohe Erwartungen an mich oder gar an jemanden anderen, der den innerlichen Frieden für mich finden sollte? Holzwege dienen oftmals der Selbstfindung bzw. der Achtsamkeit. Wenn ich also an so eine riesige Mauer gerate, dann überkommen mich Ärger und Emotionen, die ich kaum bändigen kann. Erst wenn der Kopf wieder frei ist kommen die klaren Gedanken zurück. Jetzt erst kann ich verstehen, welche Faktoren dazu beigetragen haben und jetzt erst kann ich objektiv Handeln. In meinem Fall musste ich auf einen Stamm klettern , weil ich zu klein bin. Da erkennt man dann auch ganz oft, dass man die helfenden Hände am Wegrand völlig übersehen hat, weil man so festgefahren war.

Nach 1000 erfolglosen Versuchen eine marktreife Glühbirne zu entwickeln, sagte Edison: „Ich bin nicht gescheitert. Ich kenne jetzt 1000 Wege, wie man keine Glühbirne baut.“ Edison

Edisons Sichtweise kann erweitert werden:

  • Das Schlachtfeld bzw. der Weg über hundert Berge Modus: Ich hoffe und glaube daran! Voller Tatendrang zieht man los und überwindet die erste Hürde. Doch schon folgt die zweite und dritte. Völlig entkräftet und demotiviert steht man vor dem nächsten Berg, aber in mir glüht immer noch dieser Funke der Hoffnung. Ich gehe in mich hinein und mache eine Pause, tanke Kraft und weiß, ich schaffe das, weil ich stark bin.

    Die Flinte ins Korn zu schmeißen, dazu ist immer noch Zeit. Theodor Fontane

    Erlebst Du das auch so? Spürst Du den Unterschied?

Der Unterschied liegt alleine an der Perzeption bzw. im empfinden. In den beiden oben geschilderten Situationen begegne ich Schwierigkeiten. In der ersten jedoch überkommen mich starke Gefühle und Emotionen, die mich rasend machen und unheimlich viel Energie kosten. Im zweiten Beispiel bin ich zwar demotiviert, aber ich lasse mich von diesem Gefühl nicht einnehmen. Ich mache eine Pause, schaue auf die wunderschönen Blumen, trinke einen Tee und setze mich wieder in Bewegung. Ganz ohne Stress.

Ein tibetisches Sprichwort bringt es auf den Punkt:

Wenn du ein Problem hast, versuche es zu lösen. Kannst du es nicht lösen, dann mache kein Problem daraus.

Was denkst Du darüber? Witzigerweise war es bei mir so, dass beide Situationen zusammen auftraten, aber in verschiedenen Lebensbereichen.  Ob im Alltag, in der Schule oder beim Sport, sobald demotivierende Worte fielen, begründet oder unbegründet, geriet ich ins Zweifeln und war der Überzeugung ich sei nicht gut genug. Es fühlte sich an wie eine unbezwingbare schwarze Wand. Andererseits aber, fühlte ich mich unsterblich und übermenschlich stark, wenn’s um die Tumorbekämpfung ging. Erst nach dem Grundstudium an der Universität legten sich langsam die Zweifel. Sie bestehen heute noch teilweise, aber ich bin gewachsen und kann endlich über die Wand schauen.

2017-03-28T14:26:43+00:00 02. Nov. 2016|Lebe!|

Halli Hallo !

Hallo, schön dich zu sehen!

Bestimmt warst Du auf auf der Suche nach Gleichgesinnten oder Dein Entdeckergeist hat dich über viele Ecken her gelotst. Wunderbar 🙂

Mit „Aufgeben war gestern“ möchte ich Optimismus & Zuversicht mit dir teilen und dir einfach zeigen, dass das Leben spannend und wertvoll ist und Du nicht alleine bist.

Da ich es als meine Aufgabe sehe, Menschen zur Seite zu stehen, begleite ich dich auch sehr gerne per Email oder telefonisch 🙂 Gespräche unter „Gleichgesinnten“ erleichtern oftmals die Seele, weil man über all das babbeln kann, was für andere unverständlich und Tabu ist 🙂

2018-01-22T10:04:10+00:00 28. Jan. 2014|Unkategorisiert|